EU Ziel 1 Programm Burgenland
Die Ziel-1 Förderung ist Teil der Regionalpolitik der Europäischen Union. Sie dient der Entwicklung und strukturellen Anpassung von Regionen mit Entwicklungsrückstand. Alle Strukturfonds wie EFRE, ESF, EAGFL und FIAF sind an der Finanzierung von Ziel-1 beteiligt. Für die Jahre 2000-2006 standen etwa 159 Milliarden Euro für die Strukturfonds zur Verfügung, wobei rund 70% dieser Strukturfondsmitteln (137 Milliarden Euro) allein für Ziel-1 verwendet wurden.
In Österreich ist das gesamte Bundesland Burgenland Ziel 1-Gebiet. Nach der ersten Ziel 1-Periode (1995-1999) wurde das Burgenland auch für die zweite Ziel 1-Periode (2000-2006) erneut als Ziel 1-Gebiet anerkannt. In der Programmplanungsperiode 2000-2006 standen für die Verringerung bzw. den Abbau des Entwicklungsrückstandes insgesamt 271 Millionen Euro an EU-Mitteln zur Verfügung. Bund und Land steuerten weitere 350 Millionen bei. Die strategische Grundlage für die Ziel 1-Förderungen im Burgenland bildet das Einheitliche Programmplanungsdokument (EPPD), in dem die Ziele, Strategien und Schwerpunktbeschreibungen festgelegt sind.
Das Programm beinhaltet folgende Schwerpunkte:
- Schwerpunkt 1 – Gewerbe und Industrie;
- Schwerpunkt 2 – Forschung, Technologie und Innovation;
- Schwerpunkt 3 – Tourismus und Kultur;
- Schwerpunkt 4 – Land-und Forstwirtschaft, Naturschutz;
- Schwerpunkt 5 – Humanressourcen;
- Schwerpunkt 6 – Technische Hilfe.
Die Ergänzung zur Programmplanung (EzP) ist das operative Umsetzungsinstrument, welches die genauen Beschreibungen der einzelnen Fördermaßnahmen und die Auflistung der maßnahmenverantwortlichen Förderstellen enthält. Diese sind für die Abwicklung des Programmes auf der Ebene der Einzelprojekte pro Maßnahme zuständig und fungieren als Anlaufstelle für die Projektträger.
Nach Auslaufen der zweiten Ziel 1-Periode sollen dem Burgenland auf Basis des Phasing-Out-Status für die Jahre 2007-2013 weitere EU-Fördermitteln in der Höhe von 158 Millionen Euro zur Verfügung stehen.
EU Ziel 1-Additionalitätenprogramm
Projekt „Entwicklung von regionalen Lernzentren auf Basis des formellen und informellen Lernens“, 2005-2006In diesem Projekt geht es um die Sicherung einer regionalen Bildungsstruktur, eines professionellen, erwachsenengerechten und vielfältigen Beratungs- und Bildungsangebotes in den Bereichen Bildungsberatung, Zweiter Bildungsweg, Sprachen, Schlüsselqualifikationen und EDV für die einzelnen Regionen des Burgenlandes mit einer Weiterentwicklung in Richtung regionaler Lern(kompetenz)zentren und den Aufbau einer entsprechenden Infrastruktur für
a) neue Lernformen
b) Qualitätssicherungsmaßnahmen
c) Kooperationsstruktur
ad a) Neue Lernformen
Hier geht es um die Entwicklung von Beratungs- und Bildungsangeboten (Kurse, Seminare, Workshops etc.), die den TeilnehmerInnen Methoden und Tools anbieten, um die eigenen Kompetenzen im Sinne einer Selbstreflexion zu benennen und entsprechend zu fördern. Dazu gehören auch Fähigkeiten, die außerhalb der Schule bzw. Aus- oder Weiterbildung erworben wurden; also das, was im täglichen Leben, in Familie, Freizeit und Beruf gelernt wird.
Die bereits bestehenden Regionalstellen sollen zu regionalen Lern(kompetenz)zentren werden, die (benachteiligten) Menschen in den einzelnen Regionen des Burgenlandes bei ihrem Lernprozess unterstützen.
ad b) Qualitätssicherungsmaßnahmen
Um eine hohe Qualität in der Beratung bzw. Begleitung und in der Entwicklung und Umsetzung "neuer" Bildungsmaßnahmen zu gewährleisten, ist ein gutes Qualitätssicherungsmanagement sicherzustellen.
Vorgesehen ist daher die Einführung eines Qualitätssicherungssystems und Qualitätsmanagements, das den Erfordernissen eines erwachsenengerechten qualitätvollen Weiterbildungsangebotes entspricht. Die Besonderheit von Bildung besteht darin, dass dieses "Produkt" nicht vom Anbieter hergestellt wird, sondern dass der/ die AbnehmerIn - sprich der/ die Lernende selbst - es in Eigenaktivität herstellen muss. Der/ die Lernende ist somit der/ die "ProduzentIn" von Bildung. Und dieser Sonderstatus der Bildungsbranche macht ein besonderes Qualitätsmanagement erforderlich.
ad c) Kooperationsstruktur
Die Regionalstellen sollen als regionale Lern(kompetenz)zentren durch eine entsprechende Kooperation zur Ressourcennutzung eine wichtige Funktion als Vorreiter und Impulsgeber in den Regionen übernehmen.
Die schon länger bestehenden Regionalstellen in Oberwart und Halbturn haben sich im Rahmen der regionalen Zusammenarbeit bewährt. Die Burgenländischen Volkshochschulen und das Burgenländische Volksbildungswerk haben hier bereits gezeigt, dass es möglich ist, eine sinnvolle Kooperation einzugehen, die allen Beteiligten Vorteile bringt.
Neu in dieser Projektphase soll die Kooperation für die Regionalstelle Eisenstadt erarbeitet werden.
Durch die Renovierung des Hauses des Volksbildungswerkes Haydngasse 11(,) kann ein zeitgemäßes Haus der Erwachsenenbildung entstehen, das eine geeignete Infrastruktur für die Allgemeine Erwachsenenbildung in der Region zur Verfügung stellt (barrierefreie Zugänge, erwachsenengerechte Räume, Medien, Bibliothek, Internetzugang, ...).
