Grundtvig
Grundtvig, als Teil des Bildungsprogramms Sokrates der Europäischen Union, verfolgt das Ziel, die Qualität und die europäische Dimension der Erwachsenenbildung zu verbessern und den europäischen BürgerInnen verstärkten Zugang zu Möglichkeiten des lebensbegleitenden Lernens zu verschaffen. Im Rahmen von Grundtvig werden vier verschiedene Arten von Tätigkeiten gefördert:
- Grundtvig 1: Europäische Kooperationsprojekte
- Grundtvig 2: Lernpartnerschaften
- Grundtvig 3: Einzelstipendien zur Fortbildung von Lehrkräften in der Erwachsenenbildung
- Grundtvig 4: Grundtvig-Netzwerke
Die Burgenländischen Volkshochschulen sind derzeit in zwei Grundtvig 2 Lernpartnerschaften und in einem Grundtvig 3 Projekt beteiligt.
Grundtvig 2 Lernpartnerschaften
Lernpartnerschaft "LepTak"
Zielgruppenorientierte Bildungsangebote - Methodik und Didaktik zur Stärkung der Lern- und Handlungskompetenz.
Um den Interessen und Kompetenzen von benachteiligten Personengruppen (sog. bildungsfernen Gruppen) gerecht zu werden, ist die Erwachsenenbildung gefordert einen Perspektivenwechsel vom Defizitansatz zum Potenzialansatz vorzunehmen.
In diesem Projekt geht es um die Sichtung von bereits vorhandenen Methoden und Materialien, Angeboten und Erfahrungen in den beteiligten Bildungsinstitutionen, die diesen Anspruch erfüllen.
z.B. Wie kann vorhandenes Wissen und Können festgestellt werden? Wie werden mit den Teilnehmerlnnen Lern- und Förderpläne erarbeitet? Welche Unterstützungsangebote sind praktikabel, welche zusätzliche Anforderungen werden an die Lehrenden gestellt?
Teilnehmende Einrichtungen:
Bildungszentrum des Handels e.V., Iserlohn (Deutschland, Nordrhein-Westfalen)Zala Megyei Mûvelõdesi, Képzési Központ és Szakiskola, Zalaégerszeg (Ungarn, Zala)
Burgenländische Volkshochschulen (Österreich, Burgenland)
Lernpartnerschaft "Methoden zur Identifikation formell und informell erworbener Kompetenzen"
Menschen lernen nicht nur in der Schule oder in Weiterbildungseinrichtungen. Sie eignen sich Kompetenzen sowohl in ihrem beruflichen Umfeld als auch bei der Ausübung ihrer privaten Interessen, im Rahmen ehrenamtlicher Arbeit oder im sozialen Kontext an. Informell erworbene Kompetenzen rücken immer mehr in den Fokus bildungspolitischer Überlegungen. Menschen, denen bewusst ist, was sie alles können, wird auch klarer, wo sie sich einbringen und wie sie sich weiterentwickeln können.
In dieser Lernpartnerschaft werden Konzepte und Ansätze ausgetauscht und diskutiert, wie informell erworbene Kompetenzen bei KursteilnehmerInnen identifiziert und berücksichtigt werden können bzw. welche Möglichkeiten praktikabel sind, um entsprechende neue Bildungsangebote zu entwickeln.
Die zentrale Fragestellung der Lernpartnerschaft fokussiert Kurse, Seminare, Workshops etc., die explizit oder implizit den TeilnehmerInnen Methoden anbieten, um die eigenen Kompetenzen und Fähigkeiten im Sinne einer Selbstreflexion zu benennen, die außerhalb von Schule und Aus- und Weiterbildung, also im täglichen Leben, in der Familie, in der Freizeit und im Beruf, erworben wurden.
Teilnehmende Einrichtungen:
HeurekaNet - Verein zur Förderung von Lernenden Regionen e.V. (Deutschland, Münsterland)Katholische Arbeitnehmer Bewegung, Regionalbüro Dülmen (Deutschland, Bistum Münster)
ROC van Twente (Niederlande, Twente)
Akadémia vzdelávania Bratislava (Slowakei, Bratislava)
Burgenländische Volkshochschulen (Österreich, Burgenland)
Grundtvig 3
CrossOver
Erwachsenenbildung in europäischen Grenzregionen. Modelle – Erfahrungen - Perspektiven
Das Thematische Seminar „CrossOver - Erwachsenenbildung in europäischen Grenzregionen. Modelle – Erfahrungen – Perspektiven“ bringt erstmals unterschiedliche Akteure aus der grenzüberschreitenden Erwachsenenbildung in Europa zu einem gemeinsamen Forum des Informations- und Erfahrungsaustausches zusammen.
Grenzüberschreitende Erwachsenenbildung kann als ein Spezifikum transnationaler, europäischer Bildungskooperationen gesehen werden. Wie diese befördert sie den Abbau kultureller Schranken zwischen den Staaten Europas und unterstützt die Schaffung eines gemeinsamen europäischen Bildungsraumes.
Dennoch führt die grenzüberschreitende Erwachsenenbildung ein Schattendasein. Das überrascht umso mehr, als gerade Grenzregionen vielfach der Prüfstein für das Gelingen der europäischen Integration sind. In vielen Bereichen üben Grenzregionen sogar die Funktion eines Schrittmachers aus.
Ganz besonders wichtig sind grenzübergreifende Kooperationen in jenen Regionen, die eine gemeinsame Grenze mit einem oder mehreren der neuen EU Mitgliedsländer haben und jenen, die sich an den neuen EU Außengrenzen befinden. Hier steht der Prozess der Europäischen Integration vor einer ganz besonderen Herausforderung, da die Harmonisierung ökonomischer, sozialer, kultureller und nicht zuletzt bildungspolitischer Standards weitaus größere Anstrengungen erfordert, als dies oftmals an den Binnengrenzen der Fall ist. Diese Regionen bilden eine besondere Zielgruppe des Seminars.
