Europäischer Sozialfonds (ESF)

Bereits 1957 zählte eine gemeinsame, ausgewogene Entwicklung zu den Zielen der damaligen Europäischen Wirtschaftsgemeinschaft (EWG). Zu diesem Zweck wurde der Europäische Sozialfonds (ESF) geschaffen, der helfen sollte, die Beschäftigung und die Mobilität der ArbeitnehmerInnen innerhalb des Gebiets der Gemeinschaft, also die Chancen der Menschen auf dem Arbeitsmarkt, zu fördern. In der Folge wurden dann zusätzlich zum Europäischen Sozialfonds weitere Strukturfonds sowie ein Kohäsionsfonds geschaffen. Die Strukturfonds sind wichtige Förderinstrumente in der EU. So wird rund ein Drittel des gesamten EU-Budgets für die finanzielle Ausstattung der Strukturfonds verwendet.
Die Europäische Union verfügt über vier Strukturfonds, die finanzielle Hilfen zur Beseitigung von strukturellen, wirtschaftlichen und sozialen Problemen gewährleisten sollen: Den Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE), den Europäischen Sozialfonds (ESF), den Europäischen Ausrichtungs- und Garantiefonds für die Landwirtschaft (EAGFL) und das Finanzinstrument für die Ausrichtung der Fischerei (FIAF). Die Mittel der Strukturfonds werden auf Basis mehrjähriger Programme vergeben. Daneben gibt es Spezialprogramme zu bestimmten Themen von europäischer Bedeutung, die so genannten Gemeinschaftsinitiativen.
In Österreich standen etwa für den Zeitraum 2000-2006 aus Mitteln des Europäischen Sozialfonds (ESF) für Ausbildung, Beratung sowie die Schaffung neuer Arbeitsplätze insgesamt 761 Millionen Euro zur Verfügung, die in folgende drei Programmziele und die Gemeinschaftsinitiative Equal flossen:
Ziel-1: 57 Millionen Euro, Ziel-2: 28 Millionen Euro, Ziel-3: 572 Millionen Euro, Equal: 104 Millionen Euro.

Mri Buti 2 - Meine Arbeit

Integration durch Arbeit und Qualifizierung

Roma gelten in Europa als die wirtschaftlich ärmste Minderheit. Auch für die in Österreich lebenden Roma muss festgestellt werden, dass sie in vielen Lebensbereichen und am Arbeitsmarkt diskriminiert werden. Roma sind am Arbeitsmarkt mit speziellen Zugangsbarrieren konfrontiert, wie geringer Qualifikation, gesundheitlichen Beeinträchtigungen, Vorurteilen der Mehrheitsbevölkerung, geringes Selbstbewusstsein der Volksgruppe, fehlender Berücksichtigung vorhandener kulturspezifischer Besonderheiten und fehlenden Netzwerken.

Im Rahmen der EQUAL Entwicklungspartnerschaft "Erweiterter Arbeitsmarkt. Integration durch Arbeit" konnten im Modul Mri Buti spezifische Methoden zur Reduzierung der Diskriminierung von Roma am Arbeitsmarkt entwickelt und erprobt werden. Auf diesen Erfahrungen aufbauend, soll nun im ESF geförderten Projekt Mri Buti 2 weiter gearbeitet werden. Es geht dabei um den Abbau von Beschäftigungsbarrieren für im Burgenland lebende Mitglieder der Volksgruppe der Roma durch: stundenweise Beschäftigung als Mittel zur Heranführung an den Arbeitsmarkt, begleitende Beratung und Qualifizierungsmaßnahmen (Basisbildung, Vorbereitung zum Hauptschulabschluss, Schlüsselqualifikationen, Gesundheitsförderung) sowie Vernetzung mit relevanten AkteurInnen, Sensibilisierung und Information.

Weiterführende Links